Rikes Pläne sich mit Flaschensammeln von ihren Schulden zu befreien scheinen alles andere als durchdacht. Das sie sich von den schönen Flaschen nicht trennen will macht die Sache - neben dem Treffen mit einem Flaschengeist - nicht gerade einfacher.
Hier mal wieder ein klassischer Kurzspielfilm. Das die Geschichte dabei nicht gerade neu ist macht nichts weiter - der Film von Michael Geithner weiß das und kümmert sich nicht groß drum. Stattdessen lebt der Film von einzelnen Szenen und den Schauspielern. Das dabei nicht unbedingt jede Pointe sitzt kann man verzeihen, Handwerklich ist "Tohu Wa Bihu" sehr rund (schön auch die Party-Flaschen-Musik) und unterhaltsam wenn es vielleicht auch ein bisschen an der Gesamtdramaturgie hakt - aber gerade das ist es vielleicht was den Film charmant macht..
Flamingos feiern eine Gay Pride Parade - doch ein einzelner Flamingo scheint unter seinen Artgenossen nicht glücklich zu sein.
Alle feiern ausgelassen auf dieser riesigen Feier gleichgesinnter Flamingos, doch ein einzelner heterosexueller Flamingo sucht sein Glück lieber auf der anderen Seite des Ufers.
Der kurzweilige und aufwendig animierte Kurzfilm beleuchtet das anderssein einmal von einer anderen Seite. Die Überzeichnung der Figuren, die Klischees auf die "Flamingo Pride" sich stützt funktionieren vielleicht gerade weil es ein Animationsfilm ist. Dabei ist der Film stilistisch allerdings manchmal etwas zu glatt und setzt auf einzelne Lacher - die allerdings visuell gut erzählt sind. Wer sich mehr für die Technologie hinter der Animation interessiert, dem sie dieser Post im Pixar-Blog empfohlen.
"Flamingo Pride" ist Tomer Esheds Abschlussfilm an der HFF Potsdam. 2009 realisierte er bereits den Preisgekrönten Kurzfilm Our Wonderful Nature.
Das wissenschaftliche Projekt Jahrmarktsattraktionen zur Anregung von Gehirnaktivität zu benutzen treibt seltsame Blüten.
Ein Wissenschaflter schildert die Historie seiner Projektes: Riesenräder und Achterbahnen werden nach wissenschaftlichen Überlegungen optimiert, was zu manch unerwartetem Ergebnis führt.
Die Idee ist so simpel wie brilliant ausgeführt. Der trockene Ton des Wissenschaftlers, der alles sachlich erklärt kontakiert die immer absuder werdenden Gebilde die in teils nach Archivaufnahmen anmutenden Bildern gezeigt werden. VFX und Sound-Design runden den unterhaltsamen Kurzfilm ab.
So verwundert es nicht das Till Nowak mit seinem Film neben zahlreichen Festivalteilnahmen auch den Deutschen Kurzfilmpreis 2012 für Spielfilme bis 7 Minuten gewann. Die Jury urteilte dabei: "kein Dokumentarfilm, sondern genauso pure Fiktion wie die Karussells, die uns in diesem äußerst unterhaltsamen und schelmisch daherkommenden Kurzfilm vorgestellt werden."
Eine deutsche Version des Films (im Reportagenstil drübergesprochen) gibt es noch nach dem Umbruch:
Ein Mann benutzt den Skype-Account seiner verschwundenen Frau um ihr hinterherzuspüren.
In den Gesprächen über eine Webcam entwickelt sich die Chronik einer gescheiterten Beziehung.
Aus der Idee heraus, einen Film der an nur einem Computer mit Webcam spielte entstand "David (41) & Karla (38)". Als spannenden Versucht verlässt sich der Film visuell komplett auf die abgefilmten Bildschirme der Videotelefonate (und manchmal ist in der Reflexion des Bildschirmes jemand zu sehen). Dem Scheitern einer Beziehung spürt der Film über diese Gespräche nach. Er zeigt dabei zwei Menschen, die wohl schon immer ein Stück weit aneinander vorbei gelebt habe. Dafür ist gerade das Bild der Videotelefonie eine tolle Entsprechung, denn zwischen dem Schweifen zwischen dem Blick auf das Bild des anderen und dem Blick in die Webcam gelingt es so nie, sich gegenseitig in die Augen zu schauen.
"David (41) & Karla (38)" ist Teil einer losen Serie von Kurzfilmen die Anil unter dem Titel "Abschiede" relaisierte und die alle online abrufbar sind. Das neue Ästhetiken Anil interessieren sieht man auch seinem ersten Langspielfilm an, den er für das Kleine Fernsehspiel drehte. "Pixelschatten" ist die Chronik eienes Blogger komplett als dessen POV gedreht. Der Film sei euch ans Herz gelegt und ist heute Abend um 22h auf ZDF Kultur zu sehen. Den Trailer dazu noch als Bonus nach dem Umbruch.
Chris Stenner, Arvid Uibel & Heidi Wittlinger | 8:32 min | Animation
Das Leben aus der Sicht von zwei Steinen.
Zwei Steinmenschen beobachten den Aufstieg und Niedergang unserer Zivilisation. Es ist zunächst ein recht ruhiges Leben, welches die beiden Steinmenschen haben. Die Jahrhunderte vergehen. Doch als der Mensch auf den Plan kommen, fangen sich die Dinge an rapide zu ändern.
Heute mal wieder in Kurzfilm-Klassiker. Was "Das Rad" dabei besonders auszeichnet ist - neben der liebevollen Animation und den tollen Stimmen - das Spiel mit der unterschiedlichen Zeitwahrnehmung. Für die Steinmenschen vergehen die Jahrhunderte im Flug, sodass sie die Menschen nur in dem Wahrnehmen, was sie bauen. Und während so einer der beiden mit einem radförmigen Stein experimentiert wird eine ganze Zivilisation erbaut.
"Das Rad" heimste 2003 eine Oscarnominierung als bester animierter Kurzfilm ein. Der Film lebt vor allem von kleinen Ideen, die immer wieder mit der andersartigen Wahrnehmung der Zeit spielen. Und wenn sich am Ende der Kreis schließt, so kann man dies zunächst als Zivilisationskritik sehen - andererseits kann sich das Rad ja immer weiter drehen.
36 Jahre nach der Ermordung Pasolinis besuchen zwei Männer den Ort des Geschehens.
Ein nächtliches Treffen an der Gedenkstätte für den italienischen Regisseur mit einem Mann, der anscheinend mehr über die Umstände seines Todes weiß..
"Eine Hausfrau, Maria Teresa Lollobrigida, stieß am Morgen des 2. Novembers 1975 auf die Leiche Pier Paolo Pasolinis, die einen grauenhaften Anblick bot. „Als Pasolini tot aufgefunden wurde, lag er auf dem Bauch mit dem Gesicht zu Boden, der blutige Arm vom Leib abgewinkelt, der andere unterm Körper. Die blutverkrusteten Haare fielen über seine aufgeschürfte und aufgeplatzte Stirn. Sein angeschwollenes Gesicht war völlig entstellt und blau angelaufen, mit Wunden übersät. Blau geschlagen und rot von Blut waren auch seine Arme und Hände. Die Finger seiner linken Hand waren gebrochen und aufgeschnitten. Der linke Oberkiefer war zerschmettert. Die zerquetschte Nase war nach links gebogen. Seine Ohren waren entzwei geschnitten und das linke Ohr abgerissen. Er hatte Wunden auf Schultern, Brustkorb, Hüften; die Spuren der Reifen seines Wagens, mit dem man ihn überfahren hatte, waren deutlich sichtbar. Zwischen Kehle und Nacken war eine schreckliche Platzwunde. Zehn Rippen waren gebrochen, ebenso das Brustbein. Die Leber war an zwei Stellen auseinander gerissen. Sein Herz war geplatzt” (Perizia compiuta sul cadavere di Pasolini, in: Corriere della Sera, 2. November 1977).
Eine Sequenz, Nacht, die Gestalten sind kaum auszumachen. Es bleibt vieles im Dunkeln, genauso wie um die Umstände des Todes Pasolinis. Selbst die Inschriften in den Gedenksteinen, scheinbar klar hineingemeißelt, bleiben kryptisch. Der Film von Ludwig Wüst wurde u.a. in der Kunsthalle Wien und in Hof gezeigt und ist seit dem Jahresttag der Ermordung diesen November online. Mehr Infos zum Film auf der offiziellen Website.
Man sagt, dass im Grunde alle Geschichten schon erzählt sind. Wie man das Wissen um bekannte Geschichte ausnutzt um sie mit minimalistischen Mittlen zu erzählen, zeigt Markus Häfliger in seinem Film "Rotkäppchen." Der aus der Schweiz stammende Markus Häfliger studierte Design an der Willem de Kooning Academie in Rotterdam. Auf seiner Website sind noch weitere Filme zu finden.