Donnerstag, 4. September 2014

Graceland

Christian Hödl | 11:05 min | Dokumentation


Angelika ist Elvis Presley Fan. Das Portrait einer Frau, die nach ihren Wünschen lebt: mit Elvis.

Angelika hat sich in ihrer kleinen Wohnung ein Leben rund um die Rock 'n' Roll-Legende Elvis Presley aufgebaut. Sie lebt zurückgezogen von der Welt, die ihr manchmal laut und schlecht erscheint. Zum Essen braucht sie nur 20 Euro im Monat, aber für Elvis scheut sie keine Ausgaben.

Es ist vor allem die Offenheit, mit der Christian Hödl seiner Protagonistin begegnet, die "Graceland" ausmacht. Der Film schildert zunächst nur ihre Obsession, bietet so aber einen präzisen Einblick in die Psyche der Elvis-Fanatikerin. Ihre Wohnung, die Ausstellungsort für ihre Sammelleidenschaft und ihr ein uns alles geworden ist, gibt dabei visuell auch einiges her.

Donnerstag, 28. August 2014

Schwarzherz

Tamer Jandali | 29:18 min | Spielfilm


Ein Schornsteinfeger auf der Suche nach sich selbst - in den Wohnungen anderer Leute.

"Schwarzherz" erzählt von der Zerrissenheit des Schornsteinfegers Marvin, der nicht weiß, wo er so wirklich hingehört. Verspottet vom Vater und verstoßen von der Geliebten lebt er in seiner eigenen dunklen Welt, in der sich Traum und Wirklichkeit zu vermischen scheinen.

Ein ungewöhnliches Setting, eine spannende Hauptfigur und die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Gerdy Zint sind es was "Schwarzherz" ausmachen. Auch die surrealen Elemente tragen dazu bei, dass "Schwarzherz" einen Ton findet, der ihn aus der Masse der deutschen Kurzspielfilme heraus hebt.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Wind

Robert Löbel | 3:49 min | Animation


Wind. Was passiert, wenn er einmal nicht mehr bläst?

Eine Welt die sich auf einen konstanten Wind eingestellt hat:, so kann man alleine Tischtennis spielen und seinen Hund einfach mal in den Wind hängen.

Es ist die liebevolle Animation, die kleinen Ideen und das präzise Timing, die Robert Löbls "Wind" zu recht zu einem Festivalerfolg haben werden lassen. Das Vorher-Nachher von kleinen Szenen ist unterhaltsam und für seine kürze durchaus Tiefsinnig. Er zeigt wie sehr gerade der Mensch (oder was diese Wesen auch sind) doch fähig ist, sich seiner Umgebung anzupassen - und wie sehr wir aus dem Tritt kommen, wenn mal alles nicht wie gewohnt ist. Doch zum Glück ist dies ja nur ein Atemholen, bevor es weitergeht wie gewohnt...

Donnerstag, 18. Juli 2013

Das Heimweh der Feldforscher

Robert Gwisdek | 15 min | Experimental


A, V und L wollen zurück, doch D kann nicht mit. Er hat ein B in seinem M.

Robert Gwisdek hat viele Talente - neben seiner Arbeit als Schauspieler und der Musik (Käptn Peng und die Tentakel von Delphi) macht er auch Independent Filme mit dem Label Kreisfilm.

In "Das Heimweh der Feldforscher" inszeniert Gwisdek einen kafkaesken Science Fiction Film über die vier Feldforscher A, V, D und L, die versuchen nach Hause zurückzukehren.
Der Film lebt von einer besonderen Atmosphäre und Körperlichkeit - die vor allem die Tänzerin Anna-Luise Recke zur Perfektion bringt. Aber auch die anderen sind toll.
Achja, die Klangwelt stammt von Roberts Bruder Hannes.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass es immer schön ist, etwas Neues von Robert zu sehen, weil das, was er macht, eigentlich immer was hat.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Not about us

Michael Frei | 3:37 min | Animation


Schwarz und Weiß, Mann und Frau - eine Animation in Gegensätzen.

Schattenfiguren, Doppelgänger - verschwinden, tauchen wieder auf. Die Figuren spiegeln sich, tauchen ineinander ein, doch berühren sie sich?

Michael Frei ist ein stringent animierter Kurzfilm gelungen, der sich nur schwer in Worte fassen lässt (sind das nicht die besten Filme?). Die vierminütige Animation des Schweizers entstand im Austausch an der Estnischen Kunstakademie und lief auf zahlreichen Festivals. Mehr Filme von Michael sind auf seiner Website zu finden.

Not About Us from Michael Frei on Vimeo.

Dienstag, 4. Juni 2013

Le Miroir

Antoine Tinguely & Laurent Fauchère | 6:20 min | Spielfilm


Ein Lebenslauf im Spiegel eines... Spiegels.

Ein Blick in den Spiegel kann eine ziemliche Ernüchterung sein, , aber man entdeckt dort vielleicht auch den ersten eigenen Pickel oder blickt hinein vor dem Ausgehen zum ersten Date.

Der POV Shot in den Spiegel war schon immer ein beliebtes Stilmittel. Er treibt die POV-Einstellung - also den Blick aus den Augen des Protagonisten - gewissermaßen auf die Spitze. Die beiden Schweizer Antoine Tinguely & Laurent Fauchère nutzen dies - angereichert mit liebevollen Details, um das Vorüberziehen eines Lebens zu zeigen. Wenn dies auf den ersten Blick doch recht düster erscheint - die Liebe zebricht, die Tattoo schrumpeln - so hebt dies doch ein Achselzucken des Protagonisten als altem Mann am Ende auf: That's life!

"Le Miroir" ist einer der Nominierten bei den Webcuts 2013 in der Kategorie "Best collaborative projects". Die Awards sind Teil der Webinale in Berlin und werden seit 2001 an nicht-kommerzielle Internet-Filme (was immer das auch genau sein soll) vergeben.

Montag, 27. Mai 2013

Die digitale Referatspräsentation

Marc John | 6:33 min | Animation


Die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der digitalen Referatspräsentation.

Wer kennt sie nicht - ob Studium, Schule oder Beruf, wir alle haben uns schon durch die unmöglichsten Referate durchquälen müssen. Wenn dann auch noch das Thema der Präsentation die Präsentation an-und-für-sich ist, schießt das den Vogel ab.

Marc Johns simpler Film bringt viele Unarten von Referaten auf den Punkt. Power-Points auf den genau das steht, was die Referenten sagen, Kampf mit der Technik, Referenten die sich heillos verhaspeln garniert mit einer ordentlichen Priese Langeweile. Das diese in "Die digitale Referatspräsentation" nicht aufkommt, liegt eben an jener treffenden Persiflage und einem Text, der durchaus aus der Feder von Vicco von Bülow - aka Loriot - hätte stammen können.