Mittwoch, 28. Januar 2015

Ararat

Engin Kundag | 25:22 min | Spielfilm


Ein Bruderzwist in Anatolien

Als Nûḥ zur Beerdigung seines Vaters aus Deutschland in das Heimatdorf am Fuße des Ararat kommt, brechen alte Konflikte zwischen ihm und seinem Bruder aus.

Zusammen mit dem Besucher Nûḥ (Noah) bringt uns der Film in den Mikrokosmos des anatolischen Dorfes. Das Familiendrama entfaltet sich vor dem malerischen Panorama des Ararat doch scheut sich der Film dabei auch nicht vor unbequemen Bildern. Engin Kundag drehte für "Ararat" im türkischen Heimatort seiner Eltern an der Grenze zu Armenien u. a. mit einheimischen Laiendarstellern. Der Film hatte 2012 Premiere in der Perspektive Deutsches Kino der Berlinale.

Mehr Infos zur Produktion des Films finden sich unter http://www.lostcubert.blogspot.de/

Mittwoch, 21. Januar 2015

Lost Cubert

Felix Fischer, Jim Schmidt, Carolin Schramm | 5:23 min | Animation


M. C. Escher trifft Kafka

Als Cuberts monotone Arbeit eines Tages unterbrochen wird, macht er sich auf ein Reise durch seine verwinkelte Arbeitswelt.

Die Arbeit der drei StudentInnen an der Fachhochschule Rhein Main nimmt bekannte Motive auf und verbindet dabei die kafkaeske, und damit aussichtslose, Flucht aus dem System mit Räumen, wie man sie von den Grafiken M. C. Eschers kennt. Auch an den kanadischen Science-Fiction "Cube" mag man erinnert sein. "Lost Cubert" schafft es dabei, diese Motive in gerade einmal fünf Minuten gekonnt und stimmungsvoll zu verbinden.

Mehr Infos zur Produktion des Films finden sich unter http://www.lostcubert.blogspot.de/

Mittwoch, 14. Januar 2015

Circuit

Robert Gwisdek | 14:45 min | Spielfilm


Ein Elektriker gerät in einen Kreislauf.

Eine Elektriker. Ein Raum. Zwei Türen. Doch die scheint der Ausgang über die eine Tür direkt wieder in den Raum über die andere hineinzuführen - langsam beginnt der Elektriker zu verzweifeln

Ein minimalistisches Set-Up ist oft eine gute Ausgangsposition für einen Kurzfilm. So auch in dem Film von Multitalent Robert Gwisdek, der sich hier vor und hinter der Kamera verantwortlich zeigte. Neben der technischen Eleganz zeichnet sich "Circuit" vor allem durch Gwisdeks Spiel, den Humor sowie den Einfallsreichtum der Situationen die sich aus der misslichen Lage des Elektrikers ergeben, aus. Lieder geht dem Film in der zweiten Hälfte eben jener Einfallsreichtum aus und er tritt eine Weile auf der Stelle. Dennoch ist "Circuit" gerade im Kurzspielfilmbereich eine angenehme Abwechslung vom allzu verbreiteten Realismus.



Und hier noch ein kurzes Interview mit Robert Gwisdek, in dem er auch erklärt, wie die technische Umsetzung des Films funktioniert:

Donnerstag, 4. September 2014

Graceland

Christian Hödl | 11:05 min | Dokumentation


Angelika ist Elvis Presley Fan. Das Portrait einer Frau, die nach ihren Wünschen lebt: mit Elvis.

Angelika hat sich in ihrer kleinen Wohnung ein Leben rund um die Rock 'n' Roll-Legende Elvis Presley aufgebaut. Sie lebt zurückgezogen von der Welt, die ihr manchmal laut und schlecht erscheint. Zum Essen braucht sie nur 20 Euro im Monat, aber für Elvis scheut sie keine Ausgaben.

Es ist vor allem die Offenheit, mit der Christian Hödl seiner Protagonistin begegnet, die "Graceland" ausmacht. Der Film schildert zunächst nur ihre Obsession, bietet so aber einen präzisen Einblick in die Psyche der Elvis-Fanatikerin. Ihre Wohnung, die Ausstellungsort für ihre Sammelleidenschaft und ihr ein uns alles geworden ist, gibt dabei visuell auch einiges her.

Donnerstag, 28. August 2014

Schwarzherz

Tamer Jandali | 29:18 min | Spielfilm


Ein Schornsteinfeger auf der Suche nach sich selbst - in den Wohnungen anderer Leute.

"Schwarzherz" erzählt von der Zerrissenheit des Schornsteinfegers Marvin, der nicht weiß, wo er so wirklich hingehört. Verspottet vom Vater und verstoßen von der Geliebten lebt er in seiner eigenen dunklen Welt, in der sich Traum und Wirklichkeit zu vermischen scheinen.

Ein ungewöhnliches Setting, eine spannende Hauptfigur und die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Gerdy Zint sind es was "Schwarzherz" ausmachen. Auch die surrealen Elemente tragen dazu bei, dass "Schwarzherz" einen Ton findet, der ihn aus der Masse der deutschen Kurzspielfilme heraus hebt.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Wind

Robert Löbel | 3:49 min | Animation


Wind. Was passiert, wenn er einmal nicht mehr bläst?

Eine Welt die sich auf einen konstanten Wind eingestellt hat:, so kann man alleine Tischtennis spielen und seinen Hund einfach mal in den Wind hängen.

Es ist die liebevolle Animation, die kleinen Ideen und das präzise Timing, die Robert Löbls "Wind" zu recht zu einem Festivalerfolg haben werden lassen. Das Vorher-Nachher von kleinen Szenen ist unterhaltsam und für seine kürze durchaus Tiefsinnig. Er zeigt wie sehr gerade der Mensch (oder was diese Wesen auch sind) doch fähig ist, sich seiner Umgebung anzupassen - und wie sehr wir aus dem Tritt kommen, wenn mal alles nicht wie gewohnt ist. Doch zum Glück ist dies ja nur ein Atemholen, bevor es weitergeht wie gewohnt...

Donnerstag, 18. Juli 2013

Das Heimweh der Feldforscher

Robert Gwisdek | 15 min | Experimental


A, V und L wollen zurück, doch D kann nicht mit. Er hat ein B in seinem M.

Robert Gwisdek hat viele Talente - neben seiner Arbeit als Schauspieler und der Musik (Käptn Peng und die Tentakel von Delphi) macht er auch Independent Filme mit dem Label Kreisfilm.

In "Das Heimweh der Feldforscher" inszeniert Gwisdek einen kafkaesken Science Fiction Film über die vier Feldforscher A, V, D und L, die versuchen nach Hause zurückzukehren.
Der Film lebt von einer besonderen Atmosphäre und Körperlichkeit - die vor allem die Tänzerin Anna-Luise Recke zur Perfektion bringt. Aber auch die anderen sind toll.
Achja, die Klangwelt stammt von Roberts Bruder Hannes.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass es immer schön ist, etwas Neues von Robert zu sehen, weil das, was er macht, eigentlich immer was hat.