Donnerstag, 18. Juli 2013

Das Heimweh der Feldforscher

Robert Gwisdek | 15 min | Experimental


A, V und L wollen zurück, doch D kann nicht mit. Er hat ein B in seinem M.

Robert Gwisdek hat viele Talente - neben seiner Arbeit als Schauspieler und der Musik (Käptn Peng und die Tentakel von Delphi) macht er auch Independent Filme mit dem Label Kreisfilm.

In "Das Heimweh der Feldforscher" inszeniert Gwisdek einen kafkaesken Science Fiction Film über die vier Feldforscher A, V, D und L, die versuchen nach Hause zurückzukehren.
Der Film lebt von einer besonderen Atmosphäre und Körperlichkeit - die vor allem die Tänzerin Anna-Luise Recke zur Perfektion bringt. Aber auch die anderen sind toll.
Achja, die Klangwelt stammt von Roberts Bruder Hannes.

Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass es immer schön ist, etwas Neues von Robert zu sehen, weil das, was er macht, eigentlich immer was hat.

Donnerstag, 13. Juni 2013

Not about us

Michael Frei | 3:37 min | Animation


Schwarz und Weiß, Mann und Frau - eine Animation in Gegensätzen.

Schattenfiguren, Doppelgänger - verschwinden, tauchen wieder auf. Die Figuren spiegeln sich, tauchen ineinander ein, doch berühren sie sich?

Michael Frei ist ein stringent animierter Kurzfilm gelungen, der sich nur schwer in Worte fassen lässt (sind das nicht die besten Filme?). Die vierminütige Animation des Schweizers entstand im Austausch an der Estnischen Kunstakademie und lief auf zahlreichen Festivals. Mehr Filme von Michael sind auf seiner Website zu finden.

Not About Us from Michael Frei on Vimeo.

Dienstag, 4. Juni 2013

Le Miroir

Antoine Tinguely & Laurent Fauchère | 6:20 min | Spielfilm


Ein Lebenslauf im Spiegel eines... Spiegels.

Ein Blick in den Spiegel kann eine ziemliche Ernüchterung sein, , aber man entdeckt dort vielleicht auch den ersten eigenen Pickel oder blickt hinein vor dem Ausgehen zum ersten Date.

Der POV Shot in den Spiegel war schon immer ein beliebtes Stilmittel. Er treibt die POV-Einstellung - also den Blick aus den Augen des Protagonisten - gewissermaßen auf die Spitze. Die beiden Schweizer Antoine Tinguely & Laurent Fauchère nutzen dies - angereichert mit liebevollen Details, um das Vorüberziehen eines Lebens zu zeigen. Wenn dies auf den ersten Blick doch recht düster erscheint - die Liebe zebricht, die Tattoo schrumpeln - so hebt dies doch ein Achselzucken des Protagonisten als altem Mann am Ende auf: That's life!

"Le Miroir" ist einer der Nominierten bei den Webcuts 2013 in der Kategorie "Best collaborative projects". Die Awards sind Teil der Webinale in Berlin und werden seit 2001 an nicht-kommerzielle Internet-Filme (was immer das auch genau sein soll) vergeben.

Montag, 27. Mai 2013

Die digitale Referatspräsentation

Marc John | 6:33 min | Animation


Die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der digitalen Referatspräsentation.

Wer kennt sie nicht - ob Studium, Schule oder Beruf, wir alle haben uns schon durch die unmöglichsten Referate durchquälen müssen. Wenn dann auch noch das Thema der Präsentation die Präsentation an-und-für-sich ist, schießt das den Vogel ab.

Marc Johns simpler Film bringt viele Unarten von Referaten auf den Punkt. Power-Points auf den genau das steht, was die Referenten sagen, Kampf mit der Technik, Referenten die sich heillos verhaspeln garniert mit einer ordentlichen Priese Langeweile. Das diese in "Die digitale Referatspräsentation" nicht aufkommt, liegt eben an jener treffenden Persiflage und einem Text, der durchaus aus der Feder von Vicco von Bülow - aka Loriot - hätte stammen können.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Tohu Wa Bohu - Ein Mädchen im Chaos

Michael Geithner | 14:56 min | Spielfilm

Flaschensammlerin trifft Flaschengeist.

Rikes Pläne sich mit Flaschensammeln von ihren Schulden zu befreien scheinen alles andere als durchdacht. Das sie sich von den schönen Flaschen nicht trennen will macht die Sache - neben dem Treffen mit einem Flaschengeist - nicht gerade einfacher.

Hier mal wieder ein klassischer Kurzspielfilm. Das die Geschichte dabei nicht gerade neu ist macht nichts weiter - der Film von Michael Geithner weiß das und kümmert sich nicht groß drum. Stattdessen lebt der Film von einzelnen Szenen und den Schauspielern. Das dabei nicht unbedingt jede Pointe sitzt kann man verzeihen, Handwerklich ist "Tohu Wa Bihu" sehr rund (schön auch die Party-Flaschen-Musik) und unterhaltsam wenn es vielleicht auch ein bisschen an der Gesamtdramaturgie hakt - aber gerade das ist es vielleicht was den Film charmant macht..


Dienstag, 26. März 2013

Flamingo Pride

Tomer Eshed | 6:01 min | Animation

Flamingos feiern eine Gay Pride Parade - doch ein einzelner Flamingo scheint unter seinen Artgenossen nicht glücklich zu sein.

Alle feiern ausgelassen auf dieser riesigen Feier gleichgesinnter Flamingos, doch ein einzelner heterosexueller Flamingo sucht sein Glück lieber auf der anderen Seite des Ufers.

Der kurzweilige und aufwendig animierte Kurzfilm beleuchtet das anderssein einmal von einer anderen Seite. Die Überzeichnung der Figuren, die Klischees auf die "Flamingo Pride" sich stützt funktionieren vielleicht gerade weil es ein Animationsfilm ist. Dabei ist der Film stilistisch allerdings manchmal etwas zu glatt und setzt auf einzelne Lacher - die allerdings visuell gut erzählt sind. Wer sich mehr für die Technologie hinter der Animation interessiert, dem sie dieser Post im Pixar-Blog empfohlen.


"Flamingo Pride" ist Tomer Esheds Abschlussfilm an der HFF Potsdam. 2009 realisierte er bereits den Preisgekrönten Kurzfilm Our Wonderful Nature.

via Netzfilmblog


Montag, 28. Januar 2013

The Centrifuge Brain Project

Till Nowak | 6:39 min | Spielfilm


Das wissenschaftliche Projekt Jahrmarktsattraktionen zur Anregung von Gehirnaktivität zu benutzen treibt seltsame Blüten.

Ein Wissenschaflter schildert die Historie seiner Projektes: Riesenräder und Achterbahnen werden nach wissenschaftlichen Überlegungen optimiert, was zu manch unerwartetem Ergebnis führt.

Die Idee ist so simpel wie brilliant ausgeführt. Der trockene Ton des Wissenschaftlers, der alles sachlich erklärt kontakiert die immer absuder werdenden Gebilde die in teils nach Archivaufnahmen anmutenden Bildern gezeigt werden. VFX und Sound-Design runden den unterhaltsamen Kurzfilm ab.

So verwundert es nicht das Till Nowak mit seinem Film neben zahlreichen Festivalteilnahmen auch den Deutschen Kurzfilmpreis 2012 für Spielfilme bis 7 Minuten gewann. Die Jury urteilte dabei: "kein Dokumentarfilm, sondern genauso pure Fiktion wie die Karussells, die uns in diesem äußerst unterhaltsamen und schelmisch daherkommenden Kurzfilm vorgestellt werden."




Eine deutsche Version des Films (im Reportagenstil drübergesprochen) gibt es noch nach dem Umbruch: